Peterswerder/Steintor steht für dichte Urbanität, kleinteiligen Handel, Kultur und Gastronomie – die besondere Mischung des „Viertels“ prägt Identität und Alltag. Genau diese Vielfalt macht den Stadtteil attraktiv und resilient, verlangt aber auch eine sorgfältige Pflege der öffentlichen Räume, der Wegebeziehungen und der sozialen Balance. In direkter Nachbarschaft entsteht mit dem Neuen Hulsberg Viertel ein Quartier, das Wohnen, soziale Infrastruktur und neue Freiräume vereint und die Bedeutung gut verknüpfter Plätze, Knoten und Querungen in unserem Stadtteil weiter erhöht. Das bedeutet aber nicht, dass wir die kleinen und großen Plätze und Straßenzüge außer Acht lassen. Wir wollen mit wirksamen, kleinen Maßnahmen dafür sorgen, dass die Aufenthaltsorte und die Wege im Stadtteil für alle funktionieren – vom Sielwall bis an die Georg-Bitter-Straße.  

Unser Leitbild ist ein lebendiger, gerechter, grüner und sicherer Stadtteil: öffentliche Räume zum Bleiben, sichere und intuitive Wege, kurze Distanzen zu Versorgung und Angeboten – und ein Miteinander, das Konflikte sichtbar und zugewandt bearbeitet, anstatt sie zu verdrängen. 

Schwerpunkte mit Maßnahmen 

1) Öffentlicher Raum & Zusammenleben 

Anspruch 
Plätze und Knoten sollen zugänglich, sauber, beschattet und intuitiv nutzbar sein – mit Sitzgelegenheiten, Trinkwasser, guter Information und einer Grundordnung, die Zugehörigkeit statt Verdrängung erzeugt. Wo Räume ambivalent erlebt werden, stärken gleichmäßige, blendarme Beleuchtung, klare Sichtbeziehungen, soziale Präsenz (etwa Streetwork) und aktive Nutzung das Sicherheitsgefühl und die Aufenthaltsqualität. 

Konkrete Maßnahmen  

  • Mehr Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum, robust und wartungsarm; Trinkwasserspender an stark frequentierten Plätzen (u. a. LuiseKochPlatz). 
  • Mehr und größere Abfallbehälter an Ziegenmarkt, Mecklenburger Platz, LuiseKochPlatz; Pflege des Sandkastens am Brommyplatz. 
  • Informations/Orientierungselemente (z. B. Biografie „Luise Koch“, Öffnungszeiten öffentlicher Toiletten als Piktogramm/QR direkt vor Ort). 
  • ZiegenmarktPoller beibehalten/ergänzenMülleimer vergrößernzeitlich begrenztes Alkoholverkaufsregime prüfen und Streetwork/Sozialangebote sichtbar im Stadtraum verankern. 
  • Taubenmanagement an Knoten (Fütterungsprävention, Nistmöglichkeiten minimieren); Transparenz und Verlässlichkeit bei Toilettenöffnungszeiten. 

2) Mobilität & Erreichbarkeit 

Anspruch 
Wege für Fußgänger*innen und Radfahrende sind klar geführt und barrierearm; Haltestellenumfelder laden zum kurzen Aufenthalt ein; Querungen sind sicher und ohne Zögern nutzbar. Dort, wo es der Ort zulässt, werden Abschnitte ruhiger; wo Takt und Umstieg zählen, bleibt es übersichtlich und verlässlich. Temporäre und rückbaubare Erprobungen (etwa zeitweise Verkehrsberuhigung, ZusatzSitzmodule) ermöglichen es, Lösungen unter Realbedingungen zu testen und das Wirksame zügig zu verstetigen. 

Konkrete Maßnahmen 

  • „Vor dem Steintor“zeit- oder tageweise Verkehrsberuhigung erproben; wetterfeste Sitzmodule und AußengastronomieModule auf wenigen Stellplätzen; Blumenkübel/Grün ergänzen. 
  • Haltestelle BrunnenstraßeÜberdachung/Sitz nachrüsten; Poller gegen ÖPNVBlockaden durch Falschparker. 
  • Fußwege verbreitern und einheitliche Radführungen entlang der Hauptachsen klären. 
  • Querungen verbessern: Humboldtstraße, Kita Arche Noah, Wupperstraße; temporär markierte Mittelinseln/Markierungen als Vorstufe. 
  • Signal/Tempoanpassungen prüfen: durchgängiges Tempo 30 BismarckstraßeAmpelschaltungen (Lüneburger/v. d. Steintor/Hamburger Straße). 
  • WinterdienstKlarheit quartierweit kommunizieren (Rollen SRB/DBS, Anliegerpflicht an Gehwegen, Haltestellenumfelder priorisieren) – gut sichtbar und einfach verständlich. 

3) Grün, Klima & Alltagsqualität 

Anspruch 
Hitzevorsorge und Regenaufnahme werden sichtbar: Entsiegelte Teilflächen, Schattenbäume, PocketGrün und kühle Sitzinseln. Plätze wirken weniger „hart“ und werden als Alltagsorte für Kinder, Ältere und Jugendliche nutzbar. Die Prinzipien der Schwammstadt – also Versickerung, Zwischenspeicher und Verdunstung – gehören in die Gestaltung des Bestands. 

Konkrete Maßnahmen  

  • Entsiegeln und begrünen (Brommyplatz, Mecklenburger Platz, punktuell entlang „Vor dem Steintor“); Schattenbäume und mobile Grüninseln ergänzen. 
  • SchwammstadtElemente integrieren (Versickerungsflächen, Baumscheiben mit Retention). 
  • Wasserelemente dort, wo es räumlich und betrieblich sinnvoll ist (Mikrosprühnebel, Brunnen/Trinkwasser). 

4) Orte der Nähe & Identität 

Anspruch 
Mikroräume – vom Platz bis zur Haltestellenkante – stiften Identität und sind die Anker einer Stadt der kurzen Wege: informativ, belebt, nah. Nähe erhöht die Nutzbarkeit im Alltag, stärkt das soziale Gefüge und steigert die Resilienz des Quartiers. 

Konkrete Maßnahmen  

  • Adressbildung/Storytelling: Namen von Plätzen und Straßen erlebbar machen, Biografien, kleine historische Hinweise (z. B. LuiseKochPlatz) direkt im Stadtraum. 
  • Stärkung kleiner Orte: Mecklenburger Platz und Haltestellenumfelder mit Sitz/Grün und Informationsangeboten aufwerten. 
  • Leerstände aktivieren (Popups, gemeinwohlorientierte Zwischennutzungen) in Kooperation mit Eigentümer:innen und lokalen Akteuren. 

Ausblick 

Der SPDOrtsverein Peterswerder/Steintor und die Beiratsfraktion werden die hier formulierten Schwerpunkte und Maßnahmen konsequent in die Umsetzung bringen – im engen Austausch mit Anwohner:innen, Initiativen, Gewerbe, sozialen Trägern und Verwaltung. Wir setzen auf sichtbare, zügige Schritte, lernen aus temporären Erprobungen und verstetigen, was wirkt. Unser Ziel bleibt ein lebendiger, gerechter und sicherer Stadtteil, der seinen Charakter bewahrt und den Alltag für alle verbessert.